ETH-Rat, 09. März 2017

Der ETH-Rat setzt in seiner Strategie 2017–2020 auf zukunftsweisende Forschungsbereiche. Gerade die Digitalisierung stellt die Industrie vor grosse Herausforderungen. Durch die starke Zusammenarbeit mit Unternehmen leistet der ETH-Bereich einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer Industrie 4.0 in der Schweiz. Zu den strategischen Fokusbereichen gehören «Fortgeschrittene Produktionsverfahren», «Datenwissenschaften», «Energie» sowie «Personalisierte Gesundheit». Auch im Hinblick auf die vom Bundesrat angekündigte Teuerungskorrektur und Sparprogramme ist es dem ETH-Rat ein Anliegen zu betonen, dass Investitionen in den ETH-Bereich wichtige Wertschöpfung in der Schweizer Wirtschaft generieren.

Der ETH-Rat hat an seiner Sitzung vom 8./9. März 2017 entschieden, per sofort in zukunftsträchtige, für die Schweiz zentrale Forschungsbereiche zu investieren. Die Digitalisierung entwickelt sich rasant und dem ETH-Bereich kommt hier eine Führungsrolle zu. Darauf ausgerichtet hat der ETH-Rat die Verteilung der Mittel für das Jahr 2018 an die beiden Hochschulen ETH Zürich und EPFL und an die vier Forschungsanstalten PSI, WSL, Empa und Eawag vorgenommen.

Forschung zum Nutzen der Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft

Das Parlament hat in der Wintersession 2016 beschlossen, die vom Bundesrat beantragten Mittel für den ETH-Bereich 2017–2020 um 160 Mio. CHF zu erhöhen. Damit sollen die Institutionen des ETH-Bereichs Investitionen tätigen, auf die der ETH-Rat im Zuge der Kürzungen durch das Stabilisierungsprogramm 2017–2019 des Bundes verzichtet hatte. Im Hinblick auf die angekündigte Teuerungskorrektur und die Sparprogramme des Bundes betont der ETH-Rat die Wichtigkeit des ETH-Bereichs in der Forschung und Ausbildung für den Wirtschaftsstandort Schweiz. Im Zeitalter der Digitalisierung leistet der ETH-Bereich einen entscheidenden Beitrag zum Entwicklungs- und Produktionsstandort Schweiz sowie dessen Weiterentwicklung zur Industrie 4.0. Die Institutionen des ETH-Bereichs tragen wesentlich dazu bei, dass die Schweiz weiterhin eines der innovativsten Länder der Welt bleibt. Sie geniessen national und international eine hohe Reputation und belegen in den weltweit beachteten Rankings regelmässig vorderste Ränge, vor allem im Gebiet der Computerwissenschaften. Ein wichtiges Element dieser Erfolgsgeschichte besteht für den ETH-Rat auch in einer ausreichenden Finanzierung durch den Bund.

Möglicher Rückgang der Finanzmittel durch den Bund

Nach den geplanten Kürzungen durch das erste Stabilisierungsprogramm des Bundes hat das Parlament im Dezember 2016 einen Teil dieser Kürzungen wieder rückgängig gemacht. Da der Bund jedoch mit strukturellen Defiziten im Bundeshaushalt rechnet, hat der Bundesrat Anfang März eine Teuerungskorrektur von 3% und Vorschläge für weitere Sparmassnahmen beschlossen. Der ETH-Rat anerkennt die schwierige finanzielle Situation des Bundes, zeigt sich jedoch besorgt darüber, dass auch im ETH-Bereich substanzielle Kürzungen drohen. Durch diese Schwankungen ist die finanzielle Situation für den ETH-Bereich derzeit unsicher.

Sollte in den nächsten Jahren die Teuerungskorrektur von 3% auf den schwach gebundenen Transferausgaben und die Verzichtsplanung umgesetzt werden, käme dies einer Reduktion der finanziellen Mittel um rund 270 Mio. CHF im Zeitraum 2018–2020 gleich. Die Aufstockung um 160 Mio. CHF durch das Parlament würde überkompensiert. Gerade im Hinblick auf die Digitalisierung der Schweizer Wirtschaft sind die zukunftsweisenden strategischen Projekte des ETH-Bereichs von grosser Bedeutung für den Bildungs- und Forschungsstandort Schweiz. Eine Kürzung der finanziellen Mittel wäre für die Schweizer Wirtschaft nicht förderlich.

Neues Direktionsmitglied am PSI

Auf Antrag des Direktors des PSI, Prof. Dr. Joël Mesot, hat der ETH-Rat Prof. Dr. Andreas Pautz als neues Mitglied der Direktion ernannt. Andreas Pautz erhielt im Oktober 2012 eine Berufung zum ordentlichen Professor für Nukleartechnik an der EPFL in Personalunion mit der Leitung des Laboratoriums für Reaktorphysik und Systemverhalten am PSI. In den vergangenen vier Jahren hat er massgeblich zur Entwicklung der Strategie des Forschungsbereichs Nukleare Energie und Sicherheit beigetragen. Neben seinen ausgewiesenen wissenschaftlichen Fähigkeiten bringt er ein breites Netzwerk in Wissenschaft, Industrie und regulatorischem Umfeld mit und ist Mitglied in zahlreichen internationalen Gremien, u.a. der OECD/NEA und der IAEA.Er tritt sein Amt als Direktionsmitglied des PSI am 1. Mai 2017 an.

Konsolidierte Berichterstattung 2016

Schliesslich hat der ETH-Rat die konsolidierte Berichterstattung 2016 verabschiedet. Der Geschäfts­bericht mit der konsolidierten Rechnung 2016 des ETH-Bereichs wird dem Bundesrat und Parlament unterbreitet und Ende April publiziert.